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Flashover Drucken

Definition: Entzündung von heissen Brandgassen durch offene Flamme.

Übersetzt ins Deutsch können wir den Flashover als Flammenübersprung, auch Feuersprung genannt bezeichnen. Flashover bezeichnet weiter die Übergangsphase vom Entstehungsbrand zum Vollbrand. Charakteristisch für den Flashover ist der grosse Temperaturanstieg in kurzer Zeit und das scheinbare Wandern von Flammen auf brennbare Gegenstände. Der Flashover ist kein eigenständiges Brandereignis, vielmehr eine kurze Brandphase. Nachfolgend sei anhand eines Zimmerbrandes das Wesen des Flashovers sinnbildlich erklärt:

 

Im Video rechs ersichtlich sind diese Phasen.
00:00:00 - 00:02:50 Phase 1
Zwischendrin findet der Flashover statt
00:03:01 - 00:03:10 Phase 3

Zimmerbrand

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Entstehungsbrand (Phase 1)

Bevor ein Brand entstehen kann, müssen Sauerstoff, Brennstoff und Zündenergie vorhanden sein. Ist dies alles in der richtigen Menge vorhanden, kann ein Feuer entstehen. Schauen wir uns den folgenden Zimmerbrand anhand eines Beispieles an. Ein Kind findet Streichhölzer und zeuselt. Dabei lässt es ein brennendes Streichholz auf das Sofa fallen. Die Flamme des Streichholzes, welche durch genügend Brennstoff genährt ist, erhitzt nach und nach die Sofaoberfläche, auf welcher es liegt. Die Sofaoberfläche aus Baumwolle erhitzt sich nach und nach. Sie verfärbt sich erst bräunlich, dann immer schwärzer. Bei einer Eigentemperatur von ca. 450°C beginnen brennbare Gase von der Sofaoberfläche aus Richtung Streichholzflamme zu strömen. Diese Gase entzünden sich sofort. Nun brennt die Sofaoberfläche. Der Brand weitet sich auf deren Fläche aus. 

Der Buchenholztisch, auf welchem das noch ‚kleine’ Entstehungsfeuer wütet erhitzt sich nach und nach. Das Kind spielt im Zimmer, der Vater ist am arbeiten, die Mutter kurz im Keller um die Wäsche zu sortieren. Der Tisch hat sich mittlerweile entzündet.
Durch die mittlerweile grosse Hitze des brennenden Tisches und den Gegenständen darauf, wird das benachbarte Sofa, die Vorhänge, der Teppich und das Fernsehgerät erhitzt. Sie alle stehen kurz davor brennbare Gase zu entwickeln. Phase 2 beginnt.

Flashover (Phase 2)

Das Sofa, die Vorhänge, der Teppich und das Fernsehgerät haben sich soweit erhitzt, dass sie beginnen brennbare Gase zu entwickeln und diese absondern. Es bilden sich Wolken von brennbaren Gasen um diese Objekte. Sobald die Flamme diese Wolken erreichen oder aber die Gase so heiss werden, dass sie selbst zünden, beginnen die Einrichtungsgegenstände schlagartig zu brennen. Es scheint, als sei die Flamme vom brennenden Wohnzimmertisch auf den Fernseher, das Sofa und die Vorhänge gesprungen. Man spricht von einem Flammübersprung; dem Flashover. Schlagartig steigt die Temperatur im Wohnzimmer an. Die Luft erhitzt sich innert Sekundenbruchteilen und dehnt sich aus. Fenster werden nach aussen gedrückt und zerbersten. Frischer Sauerstoff strömt von Aussen ins Wohnzimmer. Der Brand wird zusätzlich angeheizt. Es werden immer mehr Einrichtungsgegenstände erhitzt und ‚ferngezündet’, bis das ganze Wohnzimmer in Vollbrand steht. Temperaturen um die 800°C herrschen nun im Raum. Phase 3 beginnt; das Kind liegt durch die Rauchgase bewusstlos im Kinderzimmer, die Mutter spricht mit einer Nachbarin im Keller, die Feuerwehr wurde soeben durch Passanten avisiert.

Vollbrand (Phase 3)

Das Wohnzimmer steht komplett in Flammen. Das Feuer kann sich nicht weiter ausdehnen, es findet keinen frischen Brennstoff und muss sich mit den bereits brennenden Objekten zufrieden geben. Die Brandtemperatur erhöht sich nur noch leicht. Sobald aller Brennstoff aufgebraucht ist, beginnt das Feuer langsam zu verhungern. Phase 4 beginnt. Die Feuerwehr ist eingetroffen, und hat begonnen, denn Brand zu löschen. Das Kind wurde gerettet. Es erlitt eine schwere Rauchvergiftung.

Abklingender Brand (Phase 4)

Um auch auch Phase 4 noch zu beschreiben gehen wir mal davon aus, dass keine Feuerwehr kommt. Das Feuer sucht nach möglicher ‚Nahrung’. Die gesamte Wohnungseinrichtung ist bereits am verbrennen. Da alle Wände aus sehr schlecht brennbaren Materialinen bestehen, findet das Feuer keine weitere Nahrung mehr. Es muss sich also mit den bereits brennenden Gegenständen zufrieden geben. Da diese Gegenstände nicht unendlich vorhanden sind, sinkt der Anteil an Brennstoff. Als direkte Folge davon wird das Feuer kleiner und die Temperatur nimmt langsam ab. Fällt die Temperatur unter die Flammpunkte der brennenden Stoffe, erlischen die Flammen, der Stoff glimmt nun nur noch. Die Temperatur nimmt bis zur Raumteperatur ab, was jedoch Tage dauern kann. Das Feuer erlischt in dem Moment, in welchem es Raumtemperatur erreicht und keine chemischen Reaktionen mehr stattfinden.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 15. Februar 2009 um 10:04 Uhr