| Einleitung Brandlehre |
|
|
Nichts hat die Entstehung unserer Kultur mehr beeinflusst als flackernde Flammen und wärmende Glut. Ohne sie wäre der Homo sapiens nicht das geworden, was er heute ist. Warum es ausgerechnet den Menschen gelang, sich Feuer eigens zu machen, ist bis heute unklar. Durch das Feuer konnte der Mensch in seiner Intelligenz und seiner Physiologie einen gewaltigen Sprung nach vorne machen. Der Grund dafür war die verbesserte Nahrung. Der Mensch fing an zu kochen. Dadurch stieg seine Nahrungspalette enorm an. Krankheitserreger im rohen Fleisch wurden durch das Kochen vernichtet. Pflanzen, die in rohem Zustand kaum verdaulich oder sogar giftig waren, konnte man nun essen. Loderte das Feuer zuerst als Licht- und Wärmequelle in einer einzigen, fest umgrenzten Feuerstelle vor Höhlen- oder Zelteingang, drang es zunehmend in verschiedenste Bereiche des Lebens vor. Die kontrollierte Verbrennung wurde zur Grundlage unserer Zivilisation. Daran hat sich bis heute nichts geändert. 90 Prozent der Energie, mit der wir heute unser Alltagsleben bestreiten, stammt aus Verbrennungsprozessen. Jahrtausendelang jedoch herrschte der Mensch über das Feuer und stellte dabei die verschiedensten Vermutungen an, was sein machtvoller Gehilfe eigentlich sei. Erst die Forscher des 18. Jahrhunderts verstanden seine chemische Natur. Was früher die Grundlage zur Besiedlung von kalten Regionen, zur Herstellung von Werkzeugen, ja sogar zur Grundlage von Naturreligionen war, ist heute zu einer Sache degradiert, die mit Katastrophen, Leid, Tod und Vernichtung in Verbindung gebracht wird. Das Feuer jedoch mehr ist, kontrolliert, gebraucht und gelöscht werden kann, soll in dieser Brandlehre auf verständliche Weise wiedergegeben werden. |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. Februar 2009 um 09:25 Uhr |